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Pressemitteilung
vom 10.11.2008
Erinnern
an Erich Fried in der Kunsthalle
Freundeskreis und NLGR würdigen den bekannten Lyriker
Der
Freundeskreis Erich Fried, die Neue Literarische Gesellschaft Recklinghausen
und das Institut für Kulturarbeit der Stadt Recklinghausen
laden anlässlich des 20.Todestages von Erich Fried ein zu einer
Matinée am Sonntag, dem 23. November 2008, um 11.00 Uhr in
der Kunsthalle Recklinghausen. Hier las Erich Fried bei seinem letzten
Auftritt in Recklinghausen im Jahr 1987.
Erich
Fried, geboren am 6.Mai 1921 in Wien, verstarb auf einer Lesereise
am 22. November 1988 in Baden-Baden. Der Autor gilt für die
Nachkriegszeit als Hauptvertreter der politischen Lyrik in deutscher
Sprache. Er machte sich auch einen Namen als Übersetzer von
Shakespeare-Texten. Im Jahre 1979 veröffentlichte er im Wagenbach-Verlag
"Liebesgedichte". Dieser Band wurde einer der erfolgreichsten
Lyrikbände der deutschen Gegenwartsliteratur.
Erich
Fried emigrierte als Jude und Antifaschist im Jahre 1938 von Wien
nach London. Er schlug sich in der Emigration zunächst mühsam
durch, war politisch tätig und arbeitete schließlich
- bis 1968 - bei der BBC in London. Fortan lebte er als Schriftsteller
und Übersetzer. Regelmäßig begab er sich von seinem
Heimatort London aus auf Lesereisen in viele Teile Europas, vor
allem in die Bundesrepublik Deutschland und nach West-Berlin, in
die Schweiz und nach Österreich. Er wurde als "68er"
durch seine prägnanten Gedichte und durch politische Stellungnahmen
von einem wachsenden Publikum geschätzt. Auch im nördlichen
Ruhrgebiet waren seine Freundeskreise aktiv.
Erich
Fried erhielt zahlreiche bedeutende Auszeichnungen: 1973 den Würdigungspreis
für Literatur in Wien, 1977 den Internationalen Verlegerpreis
der Sieben, 1980 den Literaturpreis der Stadt Wien, 1983 den Literaturpreis
der Stadt Bremen, 1985 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste
um das Land Wien, 1986 den Österreichischen Staatspreis für
Verdienste um die österreichische Kultur im Ausland, 1986 die
Carl-von-Ossietzky-Medaille in Berlin, 1987 den Goldenen Schlüssel
der Stadt Smederevo (Jugoslawien), 1987 den Georg-Büchner-Preis
Darmstadt, 1988 die Ehrendoktorwürde der Universität Osnabrück
(Fachbereich: Sprache und Literaturwissenschaft). Posthum wurde
1990 der Erich-Fried-Preis - der bisherige österreichische
Literaturpreis - nach ihm benannt.
Die
Veranstaltung in Recklinghausen am Sonntag, dem 23.11.08, wird Erich
Fried in Erinnerung rufen, indem Lyrik von Erich Fried durch Wichart
von Roell, Ingeborg Wolff und Grete Holtgreve-Jablonowski vorgetragen
wird. Seine Frau Catherine Fried kommt aus London, um aus ihrem
Leben mit Erich Fried zu erzählen. Gerda Özer (Recklinghausen)
und Hartmut Dreier (Marl) steuern persönliche Erfahrungen bei,
die sie mit Erich Fried hatten. Bruce Wadsworth (Gevelsberg-Marl)
spielt auf der klassischen Gitarre musikalische Intermezzi. Die
mitwirkenden Künstler verzichten auf Ihre Gage zugunsten des
Zeitzeugen-Projektes der Erich-Fried-Gesamtschule Herne.
Der
Eintrittspreis beträgt 8 EURO / erm. 6 EURO. Der Vorverkauf
in den Recklinghäuser Buchhandlungen Attatroll ( 17002) und
Musial ( 181249) hat begonnen.
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